
Region Wolgograd: FSB verhindert Umbettung von Wehrmachtssoldaten
Denn in der Umgebung des Fahrzeugs befanden sich neben Keramikscherben, Tierknochen und deutscher sowie sowjetischer Infanteriemunition zahlreiche deutsche Tellerminen des Typs 35, die damals zur Abwehr sowjetischer Panzer gedient hatten, heutzutage aber einen Räumungseinsatz des ungarischen Militärs nötig machten. Erst danach konnten Mitarbeiter des Pester Rettungsdienstes und des ungarischen Instituts für Militärgeschichte tätig werden .
Dabei enthüllte die Donau noch mehr ihrer Geheimnisse. In der Nähe der DKW NZ 350-1 tauchten menschliche Überreste auf, die der ungarische Umbetter Gabor Kohlrusz exhumierte. Auch die Gebeine stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, es handelt sich laut den Erkennungsmarken um zwei deutsche Gefallene.
Der Erhaltungszustand der Erkennungsmarken ist ausgezeichnet. Gabor Kohlrusz begründete dies damit, dass der mit Gasöl versetzte Donauschlamm das Metall der Marken konserviert habe. Da ihre Daten auch noch ausgelesen werden können, besteht Hoffnung auf die Identifizierung der Weltkriegstoten und womöglich der Benachrichtigung ihrer Nachkommen.
Dass die Erkennungsmarken vollständig vorliegen, also nicht geteilt wurden, lässt darauf schließen, dass während der Kämpfe um Budapest den Kameraden der Gefallenen keine Zeit mehr dazu blieb, eine Teilmarke nach Berlin zur Wehrmachtsauskunftsstelle zu schicken. Diese Behörde war für die Benachrichtigung der Angehörigen zuständig.
Das ungarische Institut für Militärgeschichte vermutet, dass es sich bei der Fundstelle um eine Art Abfallgrube für Kriegsüberreste gehandelt habe. Man habe nach dem Ende der Belagerung die Stadt von den Spuren der Kämpfe gesäubert und das gefundene Kriegsmaterial einfach in die Donau geworfen.
Meinung
Der Tag, an dem die Wehrmacht zerschlagen wurde und die Sowjets die Oberhand gewannen
Zumindest einer der Toten hat den Ostfeldzug mitgemacht. Denn der ungarische Experte fand neben den Erkennungsmarken auch einen sogenannten Ärmelschild Kuban. Dabei handelt es sich um ein militärisches Ehrenabzeichen der Wehrmacht für Teilnehmer der Kämpfe am Kuban-Brückenkopf im Kaukasusvorland.
Bei nächster Gelegenheit werden die beiden Wehrmachtsangehörigen auf der Kriegsgräberstätte Budaörs vor den Toren Budapests ihre endgültige Grabstätte finden. Dort ruhen bereits über 17.000 deutsche und ungarische Gefallene. Die DKW NZ 350-1 wird hingegen beim Institut für Militärgeschichte des ungarischen Verteidigungsministeriums verbleiben.
Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge geht davon aus, dass aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers die Donau noch weitere Weltkriegstote preisgeben könnte.
